Gewinnzyklus Spielautomaten: Märchen oder Fakt?

Was ist dran am Gewinnzyklus bei Spielautomaten? Gibt es Phasen, in denen der Automat so eingestellt ist, dass er wenig, mittel, viel oder gar nichts gibt? Immer wieder liest man in Foren und auf einigen Seiten vom Spielautomaten-Gewinnzyklus. Wir selber arbeiten seit einigen Jahrzehnten in der Glücksspiel-Branche und wollen darum mal unseren Senf dazu geben.

Unterschiede Spielhalle und Online-Casino

Ob in der Spielhalle oder im Online-Casino, die Gewinne und Verluste berechnet ein Computerprogramm. Während im Internet und auch in der Spielbank die guten Automaten mit 95 % oder mehr Auszahlungsquote zum Einsatz kommen, gelten für die Geldspielgeräte in der Spielhalle andere (extrem schlechte) Regelungen.

Darum behandeln wir hier beide Varianten getrennt voneinander.

 

Was ist ein Gewinn-Zyklus beim Spielautomaten in der Spielo?

Slots basieren immer auf einem Zufallsgenerator. Dieser soll sicher stellen, dass das nächste Ergebnis vollkommen unabhängig vom vorherigen Spin zustande kommt. Hier gilt der bekannte Grundsatz „Zufall hat kein Gedächtnis“.

Am einfachsten lässt sich dies mit dem Roulette-Spiel erklären. Nur weil 5 Mal hintereinander rot kam, sind bei der nächsten Runde die Chancen für schwarz oder rot wieder gleich. Vertreter der Theorie des Gewinn-Zyklus bei Spielautomaten glauben jedoch, dass es bei Spielautomaten unterschiedliche Phasen bzw Zyklen gibt.

Die (angeblichen) Phasen

Wenn der Automat nichts auszahlt, sondern nur dein Geld schluckt, dann handele es sich um eine Tiefphase. Sobald an einem Spielautomaten genügend Geld verloren wurde, schaltet der Slot für kurze bis mittlere Zeit in die Hochphase. Jetzt werden regelmäßig fette Gewinne ausgezahlt. Sobald ein bestimmter Prozentsatz der in der Tiefphase kassierten Einsätze ausgezahlt wurde, fährt der Automat wieder in die normalen Betrieb zurück und du verlierst wieder.

Beispiel: Der Automat schluckt über 10 Stunden insgesamt 1.000 €. In der anschließenden Gewinnphase werden 900 € wieder netto an die Spieler ausgezahlt. Die übrigen 100 € gehen als Gewinn an den Spielhallenbetreiber bzw an das Online-Casino.

Wie lange der Verlust- und wie lange der Gewinn-Zyklus dauert, ist jedoch immer eher zufällig – so zumindest die Verfechter der Theorie des Gewinnzyklus bei Spielautomaten.

Das ist aber natürlich totaler Quatsch, da jede einzelne Drehung bei einem Zufallsgenerator immer UNABHÄNGIG von denen zuvor (und denen, die noch in der Zukunft liegen) erfolgt. Programmierte Gewinn- und Verlustphasen würden dem widersprechen. Darum können wir an dieser Stelle auch deutlich sagen: Einen Gewinn-Zyklus bei Spielautomaten gibt es nicht!

Damit könnten wir eigentlich den Artikel beenden. Machen wir aber nicht, weil wir natürlich auch noch belegen möchten, warum das so ist.

Das Märchen vom Gewinnzyklus beim Spielautomaten in der Spielhalle

Als Beweis, dass es Gewinn-Zyklen bei Spielautomaten gibt, wird von einigen Spielern die gesetzliche Grundlage für die Spielautomaten-Aufsteller herangezogen. In dieser heißt es:

5. Die Spielverordnung gibt keine Auszahlquote vor. Die sich in der Spielpraxis ergebende Quote hängt u.a. von der Mathematik der einzelnen Spiele und vom Spielverhalten bzw. den Spielstrategien der Spieler ab.

Quelle: Webseite der deutschen Automatenwirtschaft: https://www.spielrelevante-informationen.de/

 

Hier steht doch schwarz auf weiß, dass ich mit meinem Spielverhalten und der richtigen Strategie den Automaten beeinflussen kann? Oder wie ist dies zu verstehen?

Nun, es ist kompliziert. Ein Slot besteht meistens aus viel mehr als nur dem normalen Spiel. Funktionen wie Kartenrisiko, Risikoleiter oder Jackpots kennen wir von Novoline, Merkur oder Bally Wulff. Und all diese vielen unterschiedlichen Funktionen deckt diese kurze Spielverordnung ab. Nur aus diesem Grund erscheint dies so schwammig.

All die Sonderfunktionen haben unterschiedliche Auszahlungsquoten. Bei Novolines Gamble-Funktion liegt die Chance den Gewinn zu verdoppeln bei 50 %. Bei Merkurs Risikoleiter hingegen kommt ein anderer Prozentsatz zum Einsatz. Und der Red Hot Firepot-Jackpot von Bally Wulff funktioniert wiederum als Slot im Slot.

Wichtig ist zudem der Punkt 4, der meistens nicht erwähnt wird. Hier steht nämlich klar „bei längerfristiger Betrachtung“.

TR5 und Gewinn-Zyklus

Auch die unklare Situation in deutschen Spielotheken trägt seinen Anteil an diesen Legenden bei. Denn gerade durch die letzten Änderungen namens TR5 ist alles nochmals deutlich verworrener geworden in Sachen durchschnittlicher Verlust pro Spieler pro Stunde und maximaler Gewinn sowie den Zwangspausen.

Mittlerweile darfst du nämlich statistisch gesehen nicht mehr als 60 € pro Stunde verlieren und 400 € pro Stunde gewinnen. Hier könnte man jetzt annehmen, dass wenn du nur genug verloren hast, automatisch Gewinne kommen würden. Doch dem ist nicht so. Wird nämlich eine dieser Grenzen erreicht, findet für eine gewisse Zeit keine Ausspielung zwischen dem Geldspeicher und dem Guthaben statt. Anschließend geht es beim Spielautomaten wieder von vorne los. Ein Gewinn-Zyklus wird durch diese Regelung verhindert.

Manipulation von Spielautomaten

Veränderungen des Auszahlungsverhalten sind theoretisch immer möglich. Ein bekannter Fall kam im Herbst 2019 ans Licht. Ein Automatenaufsteller hatte seine Geräte mit illegaler Software verändert. Während der Spieler nur sieht, dass er nichts gewonnen hat, verbucht die Software die Spielrunde so, als ob der Spieler Geld gewonnen hätte. Zusätzlich werden mit sogenannten Cash-Data-Notebooks die offiziellen Ergebnislisten der jeweiligen Automaten angepasst. Mit dieser Masche erzeugte der Spielhallenbetreiber Gewinnzyklen der Spieler – aber nur auf dem Papier. Denn das Ziel war es, beim Finanzamt vorzugaukeln, viel weniger eingenommen zu haben und darum weniger Steuern zu zahlen.

Aus diesem Grund halte ich persönlich es für sicherer, entweder in einer vernünftigen Spielbank oder eben im Online-Casino zu spielen. Auch bei großen Spielotheken mag alles mit rechten Dingen ablaufen. Aber bei der kleinen Spielothek um die Ecke weiß man halt wirklich nicht, wer diese betreibt.

 

Gewinn-Zyklus Spielautomaten im Online-Casino und in der Spielbank

Zumindest in der Spielbank oder in seriösen Online-Casinos greifen viele rechtlichen Vorschriften, mit denen sich Spielhallen rumschlagen müssen, nicht. Die größten Unterschiede sind:

  • keine maximalen Gewinne
  • keine Verlustlimits an den Slots
  • Auszahlungsraten zwischen 92 % und 99 %
  • keine vorgeschriebenen Pausen
  • mehrere Automaten gleichzeitig bespielbar

Persönlich spielen wir darum ausschließlich in der Spielbank oder gleich in einem seriösen Online-Casino. In einer Spielhalle kannst du einfach nicht gewinnen.

Einen Gewinn-Zyklus findest du aber auch hier nicht.

 

Heiße und kalte Slots

Aufgrund von Zufallsgeneratoren ist es durchaus möglich, dass einzelne Spielautomaten über einen gewissen Zeitraum deutlich weniger oder mehr als zu erwarten geben. Durchschnittlich zahlen Spielautomaten 96 % aller Einsätze zurück. Natürlich würdest du nie spielen, wenn du bei jedem Spin mit 1 € immer 96 Cent zurück bekommst. Daher gibt es die sogenannte Volatilität, also die Streuung der Gewinne. Bei geringer Volatilität gibt es häufige, aber kleine Gewinne, mit hoher Volatilität gewinnst du seltener, dann aber mehr.

Bei Spielautomaten mit hoher Volatilität ist es daher wahrscheinlich, dass häufiger über einen bestimmten Zeitraum weniger als 60 % der Einsätze ausgezahlt werden. Diese Automaten bezeichnet man im englischen als „cold Slots“, also kalte Automaten. Umgekehrt gibt es aber auch Spielautomaten, die für einen bestimmten Zeitraum statistisch gesehen zu viel auszahlen. 200% oder mehr der Einsätze selbst über längere Zeit ist durchaus möglich. In diesem Fall spricht man von einem „hot Slot“.

Ein Gewinn-Zyklus ist dies aber nicht. Zufallsgeneratoren funktionieren bei Slots genauso. Selbst bei einem kalten Slot ist die Chance auf den Jackpot genauso hoch wie bei einem „heißen“. Denn wir wir bereits weiter oben geschrieben haben, wirken sich vorherige Ergebnisse nicht auf deinen nächsten Spin aus. Punkt.

Aus diesem Grund geben die Online-Casinos und Spielbanken schließlich auch selber zu, welcher Slot derzeit „heiß“ und welcher „kalt“ ist.

Anderer Gewinn-Zyklus mit Bonusguthaben und Spielgeld?

All das trift genauso auf Spielautomaten zu, wenn du mit Spielgeld oder mit Casino-Bonus zockst – aber nur, wenn es sich um solche mit einem echten Zufallsgenerator handelt. Einige Möchtegern-Casinos aus Übersee verwenden manipulierte Spiele auf ihren Seiten. Diese täuschen einen Gewinn-Zyklus an den Spielautomaten nur vor. Wenn du dort mit Spielgeld die Walzen drehen lässt, dann wirst du wahrscheinlich einen dicken Gewinn nach dem anderen landen. So beeinflusst, registrierst du vielleicht ein Konto. Und dann wirst du auf lange Sicht nur noch verlieren.

Aus diesem Grund haben wir eine Blacklist mit allen betrügerischen Online-Casinos erstellt. Seriöse Online-Casinos erkennst du an einer EU-Genehmigung für das Ausrichten von Glücksspiel. Falls du zudem deine Chancen im Online-Casino deutlich verbessern willst, dann wirf doch mal einen Blick auf unsere Übersicht der besten Bonusangebote. Oder du meldest dich direkt hier bei unserem persönlichen Favoriten Lapalingo an und sackst 10 € nur für die Registrierung - und ohne Einzahlung - ein.

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Wer testet Online-Spielautomaten und sorgt für faire Bedingungen?

Ein programmierter Gewinnzyklus bei Spielautomaten würde außerdem einen Verstoß gegen das Fairplay darstellen. Denn bei jedem Dreh musst du immer wieder aufs Neue die gleiche Chance haben. Wenn sich der Automat, an dem du gerade spielst, sich aber in einer Phase befindet, in der dieser weniger oder mehr auszahlt, dann ist das ein massiver Verstoß gegen die gesetzlichen Richtlinien. Darum gibt es unabhängige Institute wie das TST oder eCOGRA, die die Mechaniken und Zufallsgeneratoren überprüfen. Mit Glücksspiel haben diese Tests nichts zu tun, sondern werden nach Industrienormen durchgeführt.  Aber auch der Gesetzgeber nimmt immer wieder angemeldete und unangemeldete Überprüfungen vor.

Wie sind deine eigenen Erfahrungen? Stimmst du uns zu? Oder glaubst du durchaus an einen Gewinnzyklus beim Spielautomaten? Wir freuen uns auf deinen Kommentar.

 

 

Autor: "Forscher" - Status: Experte
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Glücksspiel interessierte mich schon immer. Sei es früher beim Familienurlaub ein paar Runden Pfennig-Skat oder später mit Freunden in der Kneipe 17 + 4. Zocken liegt mir im Blut. Seit 2009 bin ich selber Teil der Glücksspielbranche. So habe ich unter anderem für BetClic, expekt, BetVictor, Cherry Casino, Quasar Gaming und Tipico in den Bereichen Kundendienst, Marketing, Content und Operations jede Menge Erfahrungen gesammelt. Mittlerweile, wenn ich mich nicht gerade auf casinoFM mit allen Arten des Glücksspiels befasse, arbeite ich als Selbstständiger für verschiedene Online-Casinos.

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